Freitag, 13. November 2009

Wann sind Kniestrümpfe im Vorteil und wann lange Strümpfe?

Kompressionskniestrümpfe sind gegenüber langen Strümpfen vor allem dann im Vorteil, wenn die Beine im Sitzen nicht (wenigstens teilweise) ausgestreckt werden können. Vor allem also im Flugzeug in der Economy Class. Hier machen Kniestrümpfe eindeutig Sinn, denn mit stark angewinkelten Beinen, wie es sich in diesen Massentransportern nicht umgehen läßt, werden lange Strümpfe durch die Faltenbildung in der Kniekehle zur Qual und können sogar den Blutfluß behindern.

Im Reisebus und im Zug sind lange Strümpfe kein Problem, denn dort lassen sich die Beine ausstrecken. Im Auto mag es auf den Vordersitzen gehen, wenn man sie weit zurückschieben kann. Auf der Rücksitzbank dagegen ist oft kein Platz dafür.

In diesem Zusammenhang fällt mir die Geschichte einer Frau ein, die wegen ihres Lymphödems eine Kompressionsstrumpfhose tragen muß. Sie ist Kindergärtnerin und der Träger des Kindergartens verlangt, daß das Personal auf denselben Mini-Stühlen sitzt wie die Kleinkinder. Das geht bei ihr aufgrund der Kompressionsstrumpfhose nur sehr schlecht. Wenn die Gesundheit der Mitarbeiter aufgrund völlig unsinniger Regeln leidet, dann fragt man sich schon, ob die Herrschaften, die sich so etwas ausdachten, noch alle beisammen haben.



Wie ist es in südlichen Urlaubsländern? Hier sind für mich lange Strümpfe und Strumpfhosen eindeutig im Vorteil. Ich bekam mit Shorts und meiner hautfarbenen Kompressionsstrumpfhose auch in Spanien keinen Sonnenbrand an den Beinen.

Dienstag, 22. September 2009

Tipps rund um den Kompressionsstrumpf

Für die Bamberger Selbsthilfegruppe Bein- und Venenleiden habe ich vor mehreren Jahren einige Tipps zum Tragen von Kompressionsstrümpfen erstellt.
Hier sind sie - etwas umgearbeitet und mit einem Kommentar versehen - noch einmal:

1. Ziehen Sie die Strümpfe sobald wie möglich nach dem Aufstehen an, bevor die Beine anschwellen. Bei hohen Temperaturen können Sie sich sogar mit den Strümpfen oder der Strumpfhose duschen. Tragen Sie die Strümpfe den ganzen Tag, bis Sie sich abends ausziehen, um zu Bett zu gehen.
Kommentar: Es ist notwendig, die Strümpfe den ganzen Tag über zu tragen, denn wenn sie nur im Schrank liegen, helfen sie nicht (mit Ausnahme der Hersteller und Sanitätshäuser, die bereits ihr Geld daran verdient haben). Ich las einmal in einem Büchlein den Rat, die Strümpfe am Nachmittag für einige Stunden auszuziehen, damit die Beine "gut belüftet" werden. Wer so einen Unsinn schreibt, dessen Hirn müßte dringend belüftet werden. Wenn Sie die Strümpfe am Nachmittag, besonders im Sommer, für einige Stunden ausziehen, können Sie zusehen, wie Ihre Beine anschwellen. Also denken Sie nicht einmal im Traum daran!

2. Tragen Sie beim Anziehen immer die im Haushalt üblichen Gummihandschuhe mit Noppen. Damit können Sie den Strumpf mit beiden Händen am Bein gleichmäßig und ohne Beschädigung hochstreifen.
Kommentar: Sie brauchen keine teuren Spezialhandschuhe der Kompressionsstrumpffirmen. Nehmen Sie die gelben Handschuhe mit Noppen, die sie in jedem Drogeriemarkt bekommen. Diese sind billiger und tun es genauso.

3. Benutzen Sie die im Handel erhältlichen Anziehhilfen, wenn Sie mit dem Anziehen der Strümpfe Probleme haben: Schlupfsocken für Strümpfe ohne Spitze und spezielle Hilfsmittel für geschlossene Strümpfe. Auch über einer zuerst angezogenen Feinstrumpfhose gleiten Kompressionsstrümpfe und -strumpfhosen leicht nach oben.
Kommentar: Wenn gar nichts geht, kann man es auch mit einem Drahtgestell probieren, über das das Fußteil des Strumpfes gespannt wird. So etwas gibt es im Sanitätshaus. In bestimmten Fällen ist es sogar verordnungsfähig.

4. Achten Sie auf sorgfältig geschnittene und gefeilte Zehen- und Fingernägel, um keine Fäden zu ziehen.
Kommentar: Spitze, eingerissene oder gratige Fingernägel beschädigen schnell Ihre teuren Kompressionsstrümpfe.

5. Tragen Sie die Kompressionsstrümpfe konsequent jeden Tag und nicht nur hin und wieder. Verzichten Sie vor allem im Sommer nicht darauf! Gerade bei großer Hitze haben Ihre Beine den Halt besonders nötig. Auch auf Reisen und im Urlaub sollten Sie immer Kompressionsstrümpfe anziehen.
Kommentar: Viele Menschen tragen ihre Kompressionsstrümpfe im Sommer nicht, doch gerade bei großer Hitze werden die Beine sehr stark belastet. Die Fachärzte für Venenleiden (Phlebologen), vor allem in den Ländern Südeuropas, kennen das Problem. Jeden Herbst kommen eine Menge von Patienten mit "offenen Beinen" zu ihnen und sie haben den ganzen Winter über zu tun, um solche Beingeschwüre wieder zur Abheilung zu bringen. Oft genug mißlingt es auch. Also lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen!

6. Bei Hitze kann eine lange Hose über Kompressionsstrümpfen zur Qual werden, weil sie die Wärme staut. Tragen Sie deshalb, wann immer möglich, kurze Hosen oder Röcke darüber.
Kommentar: Die Strümpfe sind nicht das Problem, sondern die lange Hose, die sie darüber tragen! Das habe ich oben schon ausgeführt. Aber noch einmal: Ich meine Frauen und Männer damit!

7. An sehr heißen Tagen können Sie daheim die Beine mit den Strümpfen mehrfach kalt abduschen. Falls Sie berufstätig sind, feuchten Sie die Strümpfe mit den Händen an. Ganz leicht und besonders angenehm geht es mit einer Blumenspritze. Nehmen Sie dafür möglichst weiches oder destilliertes Wasser. Die Verdunstungskühle sorgt für ein sehr angenehmes Gefühl. Es gibt auch kühlende Sprays im Fachhandel, die allerdings nicht billig sind.
Kommentar: Das dient Ihrer Lebensqualität, denn so sind die Strümpfe auch im heißesten Sommer gut zu tragen.

8. Tragen Sie Ihre Kompressionsstrümpfe auch beim Sport. In Verbindung mit der Bewegung der Beine wirken die Strümpfe besonders gut.
Kommentar: Gerade beim Spazierengehen, Walking oder Wandern betätigen Sie Ihre „Wadenmuskelpumpe“ effektiv. Zusammen mit den Strümpfen wird das Blut im Bein viel besser nach oben befördert.

9. Wenn Sie Kompressionskniestrümpfe tragen, können Sie auch einmal ausprobieren, diese mit einer guten Stützstrumpfhose zu kombinieren.
Kommentar: Das verstärkt den Druck Ihrer Kniestrümpfe noch ein wenig.

10. Über eine hautfarbene Kompressionsstrumpfhose können Sie eine Fein- oder Stützstrumpfhose in beliebiger Farbe ziehen und damit eine kosmetische Verbesserung erzielen.
Kommentar: Das ist in erster Linie ein Tipp für Frauen, die das Aussehen der Strümpfe unter einem Rock oder einer Shorts noch verbessern möchten. Besonders eine glänzende Fein- oder Stützstrumpfhose darüber wirkt wahre Wunder.

11. Kompressionsstrümpfe dürfen weder rutschen noch einschneiden. Falls so etwas passiert, oder die Strümpfe in anderer Hinsicht nicht passen, reklamieren Sie dies umgehend im Geschäft.
Kommentar: Lassen Sie sich nicht abwimmeln. Sie haben ein Recht auf fachkundig und exakt angemessene und passende Strümpfe! Fehler beim Anmessen und bei der Produktion können vorkommen. Dann sollte das Sanitätshaus bzw. der Hersteller das aber auch wieder in Ordnung bringen und den Patienten nicht abweisen.

12. Strümpfe mit Haftband können auf behaarten Beinen rutschen. Das Enthaaren der Beine durch Rasur oder Epilation hilft in diesem Fall. Es gibt im Fachhandel einen flüssigen Kleber, der sich auf die Strümpfe auftragen läßt und das Rutschen noch weiter vermindert.
Kommentar: Bei dicken und weichen Oberschenkeln sind Haftbänder weniger geeignet, weil sie einrollen können. Besser ist hier eine Hüftbefestigung oder - wenn beide Beine betroffen sind - eine Kompressionsstrumpfhose.

13. Gehen Sie möglichst am frühen Morgen zum Anmessen neuer Strümpfe in den Fachhandel, da die Beine entstaut sein müssen.
Kommentar: Ich wollte hier anstelle von "Fachhandel" zuerst "Sanitätshaus" schreiben. Aber das ist nur eine von mehreren möglichen Bezugsquellen. In der Regel ist die Abgabe von medizinischen Kompressionstrümpfen zwar eine Domäne des Sanitätsfachhandels, aber nicht alle Orthopädiefachgeschäfte sind gleich gut. Auch in manchen Apotheken kann es gute und geschulte Mitarbeiter/innen geben.

14. Waschen Sie die Strümpfe regelmäßig, am besten jeden Abend, spätestens jedoch jeden dritten Tag. Zweckmäßig ist es, wenn Sie zwei Paar haben, die sie abwechselnd tragen und waschen können. Entweder Handwäsche in lauwarmem Wasser mit Spezialwaschmittel der Strumpffirmen oder im Schongang der Waschmaschine mit Feinwaschmittel bei 30 Grad. Aber achten Sie auf die Waschhinweise. Manche Strümpfe dürfen nur mit Hand gewaschen werden. Verwenden Sie kein Vollwaschmittel und keinen Weichspüler! Auch Auswringen und elektrische Wäschetrockner können den Strümpfen schaden. Trocknen Sie die Strümpfe an der Leine oder auf einem Gestell, aber nicht in der direkten Sonne oder vor Heizkörpern.
Kommentar: Die Kompressionsstrumpffirmen empfehlen tägliches Waschen, aber das ist manchmal etwas nervig. Flachgestrickte Maßstrümpfe für Lymph- und Lipödempatienten sollen nach Aussage mancher Firmen nur mit der Hand gewaschen werden. Aber mal ehrlich: Wer macht das schon?

15. Fangen Sie rechtzeitig an, etwas für Ihre Beine zu tun! Auch Jugendliche haben oft schon beginnende Beinvenenprobleme. Vor allem, wenn bereits bei Verwandten (Eltern, Großeltern, Geschwistern, Onkel oder Tante) Venenprobleme oder Krampfadern bestehen. Scheuen Sie sich nicht, in diesem Fall bereits ab dem Alter von 14 bis 16 Jahren zur Vorbeugung regelmäßig (gute!) Stützstrümpfe oder Stützstrumpfhosen zu tragen. Das gilt für Mädchen wie Jungen gleichermaßen. Hadern Sie auch nicht mit dem Schicksal, wenn Sie in jungen Jahren bereits Kompressionsstrümpfe tragen müssen. Die Folgeschäden ohne Strümpfe sind weitaus schlimmer!
Kommentar: Ich halte es für ganz wichtig, nicht erst zu warten, bis größere Venenprobleme auftreten, sondern frühzeitig vorzubeugen. Gerade Jugendliche aus einer Familie mit anderen Venenkranken sollten dies beherzigen, vor allem, wenn sie vielleicht noch einen überwiegend stehenden Beruf (z.B. Verkäufer/in) oder sitzenden Beruf (z.B. Büroangestellte/r) erlernen.

Montag, 27. Juli 2009

Sommer - Horror-Jahreszeit für Venenpatienten?

Im Vergleich zum Jahr 2003 hatten wir in diesem Sommer mit den Temperaturen noch Glück, denn es wurden bisher kaum über 30 Grad erreicht.
Dennoch empfinden viele Venenpatienten die Sommermonate als eine wahre Qual. Aber dagegen kann man etwas unternehmen.
Das Wichtigste: Verstecken Sie ihre Kompressionsstrümpfe bzw. Kompressionsstrumpfhosen nicht unter einer langen Hose! Erst das wirkt wärmestauend. Tragen Sie deshalb Shorts oder einen kurzen Rock bzw. ein Kleid darüber.
An heißen Tagen können Sie daheim die Beine mit den Strümpfen mehrfach kalt abduschen. Falls Sie berufstätig sind, feuchten Sie ihre Hände an und benetzen die Strümpfe damit. Ganz leicht und besonders angenehm geht es mit einer Blumenspritze. Nehmen Sie dafür möglichst weiches oder destilliertes Wasser. Die Verdunstungskälte sorgt für ein sehr angenehmes Gefühl. Es gibt auch kühlende Sprays im Fachhandel, die allerdings nicht billig sind.

Tragen Sie die Kompressionsstrümpfe konsequent jeden Tag und nicht nur hin und wieder. Verzichten Sie vor allem im Sommer nicht darauf! Gerade bei großer Hitze haben Ihre Beine den Halt besonders nötig. Auch auf Reisen und im Urlaub sollten Sie immer Kompressionsstrümpfe anziehen.

Freitag, 3. Juli 2009

Ein Bein mit Strumpf, das andere voller Krampfadern

Manchmal sehe ich Menschen, die nur an einem Bein einen Kompressionsstrumpf tragen, obwohl das andere Bein voller Krampfadern ist. So etwas ist schon seltsam. Vielleicht schießen einige Ärzte mit ihrer Absicht zu sparen in diesen Fällen ein wenig über's Ziel hinaus.
In einem Forum las ich einmal, daß ein Arzt dem Patienten auf die Frage, warum er nur einen Strumpf erhalten hatte, zur Antwort gab: "Es macht keinen Sinn, ein Bein zu versorgen, das gesund ist." Wenn beim Patienten keine Thromboseneigung, etwa in Folge einer angeborenen Blutgerinnungsstörung besteht, mag das zutreffen. Ansonsten aber dient der Strumpf am (vermeintlich?) gesunden Bein als Thromboseprophylaxe.

Montag, 22. Juni 2009

Welcher Sport bei Venenleiden?


Welche Sportarten sind günstig bei Venenleiden?
Ich würde an erster Stelle das Wandern empfehlen. Bei diesem zügigen Gehen mit etwa vier Kilometern in der Stunde, dazu noch an frischer Luft und vielleicht in einer schönen Landschaft, ist sowohl die Sprunggelenks- als auch die Wadenmuskelpumpe aktiv und beide helfen - in Verbindung mit Kompressionstrümpfen - das Blut in den Beinvenen nach oben zu transportieren. Wer es mag, kann es auch mit Stöcken als Nordic Walking ausüben. Das eignet sich besonders gut für Menschen mit einem Armlymphödem, die durch das Herunterhängen der Arme beim Wandern ohne Stöcke eine viel stärkere Schwellungsneigung spüren als Personen ohne dieses Krankheitsbild. Aber daß nach mehreren Stunden des Wanderns, vor allem bei Hitze, die Hände anschwellen, hat wohl schon jeder bemerkt.

Radfahren halte ich nicht für so effektiv wie Wandern, aber manche Menschen haben vielleicht Gelenkprobleme oder fahren einfach lieber mit dem Fahrrad. Das ist okay, solange keine schweren Bergstrecken zurückgelegt werden, denn der hohe Druck in den Beinen beim Bergauffahren schadet den Venen. Haben Sie sich einmal die Beine von Profiradsportlern angesehen? Bei manchen zeigen sich auffällige Krampfadern. Ich meine nicht die am schlanken Bein durchschimmernden „Sportlervenen“ sondern die typischen geschlängelten und knubbeligen Venen. Am besten fährt man daher in der Ebene oder maximal leicht hügeligem Gelände und schiebt bei steilen Abschnitten das Fahrrad.

Schwimmen ist bei Venenleiden sehr gut, auch solche Bewegungsarten wie Aquajogging. Nur sollte das Wasser, wie bereits erwähnt, nicht zu warm sein. Ganz besonders gut wirkt der Wasserdruck in Verbindung mit Kompressionsstrümpfen. Das weiß jeder, der es schon einmal ausprobiert hat.

Tanzen – warum nicht? Wenn man es kann und mag, spricht nichts dagegen. Den Damen möchte ich aber von High Heels abraten, jedenfalls dann, wenn sie den ganzen Abend getragen werden. Für ein oder zwei Stunden mag es vielleicht schon gehen, aber man muß wissen, daß der Fuß mit High Heels nicht abrollen kann und die Wadenmuskelpumpe außer Funktion bleibt.

Schlecht sind alle Sportarten, die mit einem plötzlichen Stoppen der Bewegung einhergehen, wie die meisten Ballspiele, gerade auch, wenn dazu noch gehüpft wird wie etwa bei Basketball, Handball, Tennis, Squash und Federball.

Kraftsport an Geräten vergessen Sie lieber, ebenso wie das Gewichtheben.

Wichtig ist, daß auch beim Ausüben der geeigneten Sportarten Kompressionsstrümpfe getragen werden!

Mittwoch, 17. Juni 2009

Thermalbad und Sauna bei Venenleiden?


Hierzu gibt es die unterschiedlichsten Aussagen. Sie reichen, je nach Arzt, von einem kategorischen "nein" über ein "ja, aber ..." bis hin zu einem generellen "ja".

Ich selbst mache Folgendes: Nach meiner ersten Venenthrombose im Jahr 2003, die vom Unterschenkel bis zum Knie reichte, pausierte ich etwa ein Jahr lang. Danach bin ich wieder in das Thermalbad und die Sauna gegangen. Allerdings trage ich dabei knielange Kompressionsstrümpfe (AD) mit Naht und offener Spitze. Sie sind zum einen hygienischer als geschlossene Strümpfe, zudem sind sie für jeden sofort als medizinisches Hilfsmittel erkennbar. Das Thermalwasser sollte nicht zu warm sein, 28 bis maximal 30 Grad empfinde ich noch als verträglich, aber höhere Temperaturen meide ich. Der Wasserdruck verstärkt noch ein wenig den Kompressionseffekt der Strümpfe. So habe ich auch nach 20 bis 30 Minuten im warmen Wasser keine Spannungen oder Schmerzen in den Beinen. Allerdings gehe ich spätestens dann in das kalte Kneippbecken und drehe dort ein paar Runden. Danach lege ich mich auf einen Liegestuhl, den man kippen kann, um die Beine hochzulagern.

Weil ich schon immer gerne in die Sauna ging, wollte ich auch nach meinen Thrombosen nicht darauf verzichten. Nach dem bereits erwähnten Jahr Pause versuchte ich es wieder mit der Sauna. Auch hierbei trug ich die Strümpfe. Das funktionierte gut. Seitdem verhalte ich mich folgendermaßen: Bereits vor dem Saunagang nehme ich den Wasserschlauch und spüle die Unterschenkel mit kaltem Wasser gut ab. Das überschüssige Wasser an den Beinen entferne ich dann mit einem Handtuch und gehe in die Kabine. Die 100-Grad-Sauna benutze ich nicht mehr, statt dessen ziehe ich jetzt 70 bis 80 Grad oder auch die Biosauna mit etwa 50 bis 55 Grad vor. Nach meiner Erfahrung schwitzt man dort sogar besser als in der trockenen Luft der 100-Grad-Sauna. Wenn es mir zu heiß ist, lege ich zusätzlich ein Handtuch um die Unterschenkel. Nach 10 bis 12 Minuten verlasse ich die Kabine. Das Absitzen von 15 Minuten oder gar ein noch längerer Aufenthalt nach dem Motto "wie lange halte ich durch?", das man oft bei unerfahrenen Saunagängern beobachten kann, ist sowieso ein gefährlicher Unsinn! Nach dem Verlassen der Kabine folgt der Kneippsche Guss mit dem kalten Wasser von den Unterschenkeln aus ansteigend. Danach tupfe ich wieder die Strümpfe ab und ruhe auf der Liege. Falls es mir an den Zehen zu kalt werden sollte, lege ich ein trockenes Handtuch darüber oder ziehe lockere "Norwegersocken" an. Nach dem letzten Saunagang dusche ich mich ab und lasse die Kompressionsstrümpfe an den Beinen trocknen, bevor ich mich wieder anziehe.

Den Tipp mit den Kompressionskniestrümpfen in der Sauna verdanke ich einer Frau, die ich vor Jahren in einem Thermalbad getroffen habe. Auch ich bin ganz begeistert davon und habe dies meinem Phlebologen erzählt, der es wiederum anderen Patienten empfohlen hat.

Aber natürlich ist nicht jeder Mensch gleich und ich möchte hier nicht generell zum Thermalbad und Saunabesuch raten. Vor allem bei schweren Venenleiden und nach einer Thrombose sollte man sehr vorsichtig sein! Manche Ärzte raten in diesen Fällen strikt vom Besuch des Thermalbades und der Sauna ab! Das Risiko trägt aber immer jeder für sich selbst. Auch beim Lymphödem und Lipödem sind Thermalbad und Sauna nicht angebracht. Allerdings wird in einigen Kliniken beim Lipödem die Infrarotkabine offenbar mit gutem Erfolg eingesetzt. Aber dort entscheidet das der Arzt.

Montag, 15. Juni 2009

Kompressionsstrümpfe trotz Marcumar?

Einige der Patienten, die Marcumar zur Blutverdünnung nehmen, tragen keine Kompressionsstrümpfe mit dem Argument, jetzt könne es nicht mehr zu einer Thrombose kommen. Das mag richtig sein (ich kenne allerdings eine Frau, die auch trotz Marcumar und Kompressionsstrümpfen wiederholt Thrombosen und Lungenembolien bekommt, aber bei ihr wurde vor einigen Jahren das Antiphospholipidantikörper-Syndrom diagnostiziert), aber Marcumar alleine verhindert nicht die Entstehung eines postthrombotischen Syndroms mit der möglichen Spätfolge „offenes Bein“. So sind Kompressionsstrümpfe trotz der Einnahme von Marcumar notwendig, wenn die Venenklappen nicht mehr richtig funktionieren.

Ein modischer Aspekt: Leggings und blickdichte Strumpfhosen (Opaques) sind „in“, vor allem in dunklen Farbtönen. Schwarze oder anthrazitfarbene Kompressionsstrumpfhosen sind von blickdichten anderen Strumpfhosen kaum zu unterscheiden und so auch für junge Frauen ein modischer Hit!