
Welche Sportarten sind günstig bei Venenleiden?
Ich würde an erster Stelle das Wandern empfehlen. Bei diesem zügigen Gehen mit etwa vier Kilometern in der Stunde, dazu noch an frischer Luft und vielleicht in einer schönen Landschaft, werden viele Muskelgruppen beansprucht. Vor allem sind hierbei auch die Sprunggelenks- und Wadenmuskelpumpe aktiv und helfen - in Verbindung mit Kompressionstrümpfen - das Blut in den Beinvenen nach oben zu transportieren. Wer es mag, kann es auch mit Stöcken als Nordic Walking ausüben. Das eignet sich besonders gut für Menschen mit einem Armlymphödem, die durch das Herunterhängen der Arme beim Wandern ohne Stöcke eine viel stärkere Schwellungsneigung spüren als Personen ohne dieses Krankheitsbild. Aber daß nach mehreren Stunden des Wanderns, vor allem bei Hitze, die Hände anschwellen, hat wohl schon jeder bemerkt.
Radfahren halte ich nicht für so effektiv wie Wandern, aber manche Menschen haben vielleicht Gelenkprobleme oder fahren einfach lieber mit dem Fahrrad. Das ist okay, solange keine schweren Bergstrecken zurückgelegt werden, denn der hohe Druck in den Beinen beim Bergauffahren schadet den Venen. Haben Sie sich einmal die Beine von Profiradsportlern angesehen? Bei manchen zeigen sich auffällige Krampfadern. Ich meine nicht die am schlanken Bein durchschimmernden „Sportlervenen“ sondern die typischen geschlängelten und knubbeligen Venen. Am besten fährt man daher in der Ebene oder maximal leicht hügeligem Gelände und schiebt bei steilen Abschnitten das Fahrrad.
Schwimmen ist bei Venenleiden sehr gut, auch solche Bewegungsarten wie Aquajogging. Nur sollte das Wasser, wie bereits erwähnt, nicht zu warm sein. Ganz besonders gut wirkt der Wasserdruck in Verbindung mit Kompressionsstrümpfen. Das weiß jeder, der es schon einmal ausprobiert hat.
Tanzen – warum nicht? Wenn man es kann und mag, spricht nichts dagegen. Gerade den Damen möchte ich aber von High Heels, wie sie bei Tanzwettbewerben oft getragen werden, abraten. Es mag ja für die Männerwelt gut aussehen, aber der Fuß kann nicht abrollen und die Wadenmuskelpumpe bleibt außer Funktion.
Golf? Nun, das ist wohl eher ein langsames Gehen mit Pausen dazwischen, um den Ball zu schlagen. Ganz Faule fahren gar mit dem Karren über den Golfplatz. Ich halte es nicht für sehr wirksam bei Venenproblemem, zudem finde ich den gigantischen Landschaftsverbrauch für Golfplätze unangemessen. Kurzum: Ein langweiliger Sport, wenn man hier überhaupt von Sport reden will.
Schlecht sind alle Sportarten, die mit einem plötzlichen Stoppen der Bewegung einhergehen, wie die meisten Ballspiele, gerade auch, wenn dazu noch gehüpft wird wie etwa bei Basketball, Handball, Tennis, Squash und Federball.
Kraftsport an Geräten vergessen Sie lieber, ebenso wie das Gewichtheben. Ich verstehe ohnehin nicht, weshalb sich manche Menschen lieber für viel Geld in einem muffigen Fitnessstudio abschwitzen anstatt sich kostenlos (von einem guten Paar Wanderschuhe abgesehen) beim Wandern an der frischen Luft zu bewegen.
Wichtig ist, daß auch beim Ausüben der geeigneten Sportarten Kompressionsstrümpfe getragen werden! Wer sich geniert, mag sie beim Schwimmen weglassen. Ich nicht!

